Sozial ist ihr Tun

Das soziale Engagement von Crespel & Deiters …

Was machen Sie, wenn Sie Zahnschmerzen haben? Sie gehen zu einem Zahnarzt Ihrer Wahl und lassen sich behandeln, abgesichert durch die Zahlungen Ihrer Krankenkasse. Ein Arbeiter von 1880 konnte davon nur träumen. Er arbeitete und lebte ohne jede staatliche Absicherung. Wer krank, verletzt oder gebrechlich war, musste sehen, wo er blieb.

Sich der Verantwortung stellen

Es ist für uns heute unvorstellbar, dass es in Deutschland noch vor rund 130 Jahren keine allgemeine staatliche Sozialversicherung gab. Erst Ende des 19. Jahrhunderts treten mit Otto von Bismarck die uns heute bekannten Gesetze zur Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung in Kraft. Sie sollen Berufstätige in Krankheit, Notfall oder Alter absichern. Doch es gibt schon damals einige verantwortungsvolle Betriebe wie Crespel & Deiters, die sich bereits lange vor den bismarckschen Sozialreformen freiwillig um die sozialen Belange ihrer Mitarbeiter kümmern.

Deutscher Kanzler und Sozialreformer Otto von Bismarck

Schon um 1900 finanziert Crespel & Deiters über die Betriebskrankenkasse Arztbesuche, Untersuchungen und notwendige Therapien für die Mitarbeiter.

Füreinander da – in guten wie in schlechten Zeiten

Crespel & Deiters legt als Familienbetrieb schon früh viel Wert auf eine faire betriebliche Sozialpolitik. Bereits vor 1900 versichert das Unternehmen alle Mitarbeiter über die firmeneigene Betriebskrankenkasse, die ab dem ersten Krankheitstag alle Arzt- und Heilmittelkosten übernimmt. Wer nicht schnell gesund wird, bekommt sogar Krankentagegeld. Und im schlimmsten Fall hilft Crespel & Deiters den Angehörigen der Mitarbeiter mit der Zahlung eines Sterbegelds über erste finanzielle Nöte hinweg.

Die Mitgliedschaft in der Betriebskrankenkasse kostet die Arbeiter nur 3 % ihres durchschnittlichen Tagelohns, von denen Crespel & Deiters sogar ein Drittel übernimmt. Auch die Familien der Mitarbeiter, die nach 1918 aus dem ersten Weltkrieg nicht zurückkehren oder arbeitsunfähig wiederkommen, lässt Crespel & Deiters nicht im Stich. Lebenslang zahlt das Unternehmen freiwillig Unterhalt an die Familien und unterstützt sie.

Gut aufgehoben in der Drei-Hasen-Familie

Crespel & Deiters ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Familienbetrieb. Denn Familie bedeutet für das Unternehmen nicht nur verwandt im Blute, sondern vor allem verwandt im Geiste zu sein. Von jeher besteht bei Crespel & Deiters zwischen Unternehmen und Mitarbeitern eine starke Bindung. Wie in einer großen Familie hilft man sich, unterstützt sich, ist man füreinander da.

Viele verbringen ihr gesamtes Berufsleben – von der Ausbildung bis zur Rente – beim Ibbenbürener Weizenstärkespezialisten. Gegenseitiger Respekt und Leistungsbereitschaft auf beiden Seiten prägt das gute Miteinander und lässt die Mitarbeiter beruflich weiterkommen. Das bedeutet auch, dass Crespel & Deiters alle am Erfolg des Unternehmens teilhaben lässt. So gibt es schon um 1900 für die Belegschaft Bonuszahlungen, damals Gratifikationen genannt, und einen 13. Monatslohn in Form von Weihnachtsgeld. Auch die Löhne steigen bei Crespel & Deiters stets überproportional zur Umsatzentwicklung an.

Auch die Familien der Mitarbeiter freuen sich jedes Jahr auf der betrieblichen Weihnachtsfeier über das ausbezahlte Weihnachtsgeld von Crespel & Deiters.

Die Pflicht ist nicht genug

1928 ist Crespel & Deiters sozialpolitisch sehr gut aufgestellt. Doch die Inhaber und Geschäftsführer Gustav und Hugo Deiters wollen mehr. Sie rufen im Namen ihrer Eltern die Josef-Luise-Deiters-Stiftung ins Leben und statten sie mit dem sagenhaften Kapital von 30.000 Mark aus. Die Stiftung hat viel vor. Als soziale Unterstützungskasse für Werksangehörige übernimmt sie alle Krankentage- und Sterbegeldzahlungen, steuert hohe Zuschüsse zum Zahnersatz bei und zahlt Geburts-Beihilfen. Auch Familienangehörige der Mitarbeiter werden aus diesem Topf finanziell unterstützt. Außerdem stellt Crespel & Deiters Mittel für den Kampf gegen die damals um sich greifende Tuberkulose bereit.

Ein damaliges Novum für Demokratie und Mitbestimmung: Geleitet wird die Stiftung durch die Mitarbeiter selbst. Die Josef-Luise-Deiters-Stiftung bewirkt viel in Zeiten, in denen soziales Tun noch keine Selbstverständlichkeit ist. Selbst nach ihrer Auflösung 1976. Das verbleibende Stiftungsvermögen von rund 110.000 Mark wird unter den Mitarbeitern aufgeteilt. Alle bislang von der Stiftung gezahlten Leistungen übernimmt Crespel & Deiters fortan von Fall zu Fall direkt.

Die Mitarbeiter drücken die besondere Fürsorge des Unternehmens in ihrer Rede zur 75 Jahr-Feier von Crespel & Deiters 1933 so aus:

„Sozial ist ihr Tun, das haben sie oft bewiesen.
Es liegt ganz in des Vaters Sinn.
Der sprach in regierenden Tagen:
Wenn ich was verdien’, dann geb’ ich was ab, dann soll’n meine Leute nicht klagen.

In solchem Bemüh’n sie streben auch hin,
ihre Leute zu schützen vor Plage.
Zu wehren der Krankheit und aller Not, in jungen und in alten Tagen.“

Luise Deiters (1835–1909) und Josef Deiters (1826–1900), die das Unternehmen Crespel & Deiters in 2. Familiengeneration führten, stehen mit ihren Namen Pate für die Stiftung, die ihre Söhne 1928 zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter ins Leben rufen.

Entstehung der Drei Hasen Siedlung am Groner Wald 1936

Der Mensch muss wohnen

Die Josef-Luise-Deiters-Stiftung tritt auch auf den Plan, um den Mitarbeitern von Crespel & Deiters mehr eigenen Wohlstand zu ermöglichen. Mit zinslosen Darlehen, die über die Stiftung finanziert werden, können sie Häuser bauen, Wohnungen kaufen oder bestehende teure Immobilienkredite ablösen. Und auch hier geht Crespel & Deiters wieder einen Schritt weiter. Das Kapital wird vom Unternehmen noch einmal um 10.000 Mark aufgestockt. Auf dem Grund und Boden der Firma nahe dem Groner Wald entsteht damit die, noch heute existierende Drei Hasen Siedlung von Crespel & Deiters.

Die Betriebsangehörigen von Crespel & Deiters können in der Drei Hasen Siedlung für wenig Geld ein Grundstück erwerben, das groß genug für ein Haus, einen Gemüsegarten und Viehhaltung ist. Und wieder packen alle gemeinsam mit an. Beim Ausheben der Baugrube 1936 stehen die Mitarbeiter gemeinsam Schulter an Schulter um den Traum vom Eigenheim wahrzumachen. Nach dem zweiten Weltkrieg, als durch die große Zerstörung der Städte extreme Wohnungsnot herrscht, realisiert die Josef-Luise-Deiters-Stiftung noch drei neue Wohngebiete in Ibbenbüren und schafft so auch in schweren Zeiten neuen Wohnraum für die Mitarbeiter.

Gemeinsam stärker

Crespel & Deiters ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Familienunternehmen. Nicht nur, dass die Firma seit über 150 Jahren durch die Familie Crespel beziehungsweise Deiters geführt und geprägt wird. Das Unternehmen ist, agiert und arbeitet auch wie eine einzige große Familie. Früh stärkt Crespel & Deiters den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl mit gemeinsamen Unternehmungen. Das Unternehmen organisiert Firmenfeste und Ausflüge zur Entspannung der Mitarbeiter und zum Festigen der Gemeinschaft.

Gemeinsam arbeiten – gemeinsam feiern: Crespel & Deiters organisiert schon früh regelmäßig Firmenfeste zur Freude der Mitarbeiter.

Auf zahlreichen Betriebsausflügen können sich die Mitarbeiter von Crespel & Deiters entspannen und erholen.

Von der Fürsorge zur Vorsorge

Bis heute sind bei Crespel & Deiters das gute Miteinander und die Fürsorge für den Anderen geblieben. Natürlich hat sich vieles weiterentwickelt und sich den wandelnden Zeiten angepasst. Aus der Betriebskrankenkasse ist ein modernes ganzheitliches Gesundheitsmanagement geworden. Eine betriebliche Pensionskasse sichert die Mitarbeiter zusätzlich im Alter ab. Urlaubsgeld und viele weitere Leistungen sind hinzugekommen. Denn eines hat sich nicht verändert: Die soziale Haltung des Unternehmens und seine Verantwortung für die Mitarbeiter und ihr Wohlergehen.